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Jazz and Faust

Vorschau

von  Jan "DasJan" Schneider
14.06.2002
Jazz and Faust
Ein ernst zu nehmendes Adventure von einem unbekannten russischen Entwickler, der bis jetzt eher durch russische Finanz-Software aufgefallen ist? Niemals? Zumindest wissen wir seit "The Longest Journey", das dem norwegischen Konsolen-Spezialisten Funcom auf ewig seinen Platz in den Herzen vieler Adventurespieler reserviert hat, dass Überraschungen durchaus möglich sind. Und immerhin hat es "Jazz and Faust" von 1C bis in die USA geschafft, wo es in diesen Tagen erscheint, und das obwohl die westliche Großmacht ja als besonders skeptisch gilt, wenn es um ausländische Adventures geht.

Doch worum geht es in dem russischen Spiel mit dem komischen Namen? Es geht - welch Überraschung - um Jazz und Faust, die beiden Hauptcharaktere des Spiels. Genauer gesagt geht es um Jazz oder Faust, denn am Anfang muss sich der Spieler entscheiden, ob er lieber den Schmuggler Jazz spielt, der aus einer Kultur kommt, in der Betrug alltäglich und Habgier die treibende Kraft des Lebens ist oder ob er sich lieber mit dem Gegenpol Faust identifizieren will, dem Kapitän seines eigenen Schiffes, der ehrenwerte Arbeit hinterhältiger Habgier vorzieht.

Die Wahl des Spielercharakters beeinflusst natürlich das Spiel. Auch wenn beide Charaktere die selbe Welt bereisen, werden sie andere Möglichkeiten finden, verschiedene Situationen zu bestehen und an ihr Ziel zu kommen. Jazz und Faust sollen sich an einigen Stellen im Spiel treffen, man kann aber nicht zwischen ihnen wechseln. Der Hauptreiz dieses Features liegt darin, eine Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven erleben zu können. Das Adventure spielt im mittelalterlichen Nahen Osten und möchte die Atmosphäre von persischen Häfen, stickigen Teehäusern und zweifelhaften Karawanen einfangen. Alles in Allem erwarten den Spieler drei Spielwelten: Eine Wüstenwelt in der reger Sklavenhandel betrieben wird, eine städtische Küstenwelt und eine Inselwelt, die beide vorher erkundeten Welten in sich vereint.

Jazz and Faust spielt sich in der heute üblichen Point-and-Click-Perpektive mit vorgerenderten Hintergründen und Polygon-Charakteren. Die Umgebung soll durch 3D-Echtzeiteffekte (Schatten, Feuer, Magie, Rauch, Nebel...) und vorberechnete Animationen (schwingende Schilder, Wassereffekte...) zusätzlich belebt werden. Die Spielwelt unterliegt einem ständigen Tag- und Nachtwechsel, was zusätzliche Atmosphäre schafft.

Jazz and Faust ist ein vielversprechender Adventure-Geheimtipp, dem viel zuzutrauen ist. Leider hat 1C in Deutschland noch keinen Publisher gefunden, weshalb zur Zeit nur der Import aus den USA (oder aus Russland) bleibt. Ein kürzlich veröffentlichter Trailer auf der Homepage zu Jazz and Faust verkürzt die Wartezeit. Sobald uns eine englisch oder deutsche Version vorliegt, werden wir das Spiel noch einmal genauer unter die Lupe nehmen...

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