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Syberia 2

Vorschau

von  Jan "DasJan" Schneider
09.07.2003
Syberia 2
Syberia war im letzten Jahr eines der besten Adventures und Microïds konnte mit dem Überraschungshit viele neue Fans gewinnen. Syberia war nicht nur unglaublich schön anzusehen, sondern erzählte auch eine unverbrauchte und spannende Geschichte in einer seltsamen, halbrealistischen Welt. Mit seinen eher einfachen Rätseln konnte es daher auch viele Profi-Spieler überzeugen und trotz einiger Schwächen gegen viele andere Spiele bestehen. Schon kurz nach dem Release gab Microïds dann die Arbeiten an einem zweiten Teil bekannt hielt sich aber lange mit näheren Informationen zurück. Erst in diesem Jahr tauchten immer mehr Details auf, die dieser Artikel zusammenfassen soll.

Inhalt

Die Story wird da beginnen, wo der erste Teil aufgehört hat. Kate Walker, die New Yorker Anwältin befindet sich mit Hans Voralberg und dem mechanischen Automaton Oscar auf dem Weg nach Sibirien, um das Geheimnis der Mammuts zu lüften. Da die Reise immer weiter in den Norden führt, werden grüne Umgebungen wie das üppig bewachsene Barockstadt wohl der Vergangenheit angehören - winterliche Landschaften sollen im zweiten Teil die Szenerie beherrschen.
Beginnen wird das Spiel in der russischen Stadt Romansbourg, das Kate und ihre Gefährten mit dem Zug erreichen. Von dort aus gelangen sie zur Großen Nordpassage, an der die Protagonisten wohl hauptsächlich im Freien herumlaufen und Rätsel lösen. Als nächstes stehen dann die kleine Siedlung Youkol Village und zuletzt Syberia auf dem Plan, das Land der vergessenen Mammuts. Über die letzten Umgebungen ist bis jetzt praktisch noch nichts bekannt, da Comiczeichner Benoît Sokal - der wieder für den künstlerischen Stil und die Story verantwortlich ist - noch einen Mantel des Schweigens darüber hüllt. Das Ende wird jedenfalls nicht mehr so offen wie im ersten Teil sein, sondern die Geschichte wird zu einem endgültigen Ende kommen - dass Kate Walker noch in weiteren Spielen auftaucht, will Microïds aber nicht ausschließen.
Die Rätsel sollen sich nicht wesentlich von denen im ersten Teil unterscheiden. Syberia sah sich schon damals mehr als Kunstwerk denn als Rätselspiel und so wird wohl auch der zweite Teil nicht zu den schwereren Adventures gehören - wenn auch nicht zu den ganz einfachen. Die Entwickler achten darauf, keine Rätsel nur ihrer selbst wegen ins Spiel zu bringen, sondern alle als integralen Bestandteil der Geschichte zu behandeln.
Ein weiteres Merkmal des letzten Spiels wird natürlich auch beibehalten: Überall trifft der Spieler auf äußerst schräge Charaktere, die im besten Sinne personifizierte Klischees darstellen und weniger realistische Personen sein sollen. Neben dem Kind gebliebenen und genialen Hans Voralberg und dessen mechanischem Meisterwerk Oscar, die schon aus dem ersten Teil bekannt sind, trifft man beispielsweise die Kriminellen Ivan und Igor, die wie eine sibirische Variante der Diebe aus "Kevin Allein zu Haus" anmuten oder den Patriarch, den ranghöchsten Mönch im Kloster von Romansbourg.

Technik

Wie man den Screenshots leicht ansehen kann, strebt Microïds wieder ein sehr hohes grafisches Niveau an und auch wenn es schwer wird, die unglaublich schönen Hintergründe von Syberia 1 noch zu übertreffen, scheinen Sokal und seine Grafiker auf dem besten Weg zu sein. Damit geben sich die Entwickler aber noch nicht zufrieden und so sind sie dabei, eine beachtliche Zahl an grafischen Effekten einzubauen, die alle für eine wesentlich dynamischere Spielumgebung wie die im ersten Teil sorgen sollen.
Ein wesentlicher Punkt ist hier der Schnee, der als integraler Bestandteil der Geschichte auch angemessen dargestellt werden soll. Ob sich dicke Schneeflocken langsam den Weg auf den vereisten Boden suchen oder ein wilder Schneesturm durch die Wälder tobt - alles wird vollanimiert und dynamisch dargestellt. Auch Fußabdrücke hinterlassen die Charaktere in den verschneiten Landschaften und in vereisten Seen spiegeln sie sich wieder. Dazu kommen jede Menge Animationen, Tiere laufen durch die Landschaft, Wolken ziehen über den Himmel, Bäume biegen sich im Wind - die im ersten Teil kritisierte statische Spielwelt dürfte der Vergangenheit angehören.
Dazu kommen noch neue Lichteffekte, die für eine noch dichtere Atmosphäre sorgen sollen: Flackernde Kerzen hängen an der Wand und beleuchten ihre Umgebung mit ungleichmäßigem Licht. Vorbeilaufende Charaktere werden realistisch angestrahlt und werfen einen dynamischen Schatten auf den Boden. Trotz all dieser Effekte sollen die Hardwareanforderungen nicht anwachsen, sodass Syberia 2 auch auf älteren Rechner problemlos laufen sollte.
Wenn Microïds seine Versprechungen wahr macht, könnte Syberia 2 ein ausgezeichnetes, wenn auch nicht allzu schweres Adventure werden, dass den würdigen Abschluss eines großen Zweiteilers bildet. Wir sind gespannt, zu welchem Ende die interessante und unverbrauchte Geschichte um Kate Walker und ihre Reise nach Sibirien kommt. Angesetzt ist das Spiel für Ende 2003, inwieweit Microïds finanzielle Probleme und andere Faktoren den Veröffentlichungstermin nach hinten verschieben können, ist nicht bekannt.

Sieht gut aus