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Agatha Christie: Und dann gabs keines mehr

Vorschau

von  Sebastian 'basti007' Grünwald
21.08.2005
Agatha Christie: Und dann gabs keines mehr
Nachdem wir schon auf der Games Convention 2005 einen Blick auf das erste Agatha-Christie-Adventure werfen konnten, hatten wir jetzt die Gelegenheit, selber eine Vorabversion anzuspielen. Aus diesem Anlass haben wir die Vorschau noch einmal um aktuellen Eindrücken ergänzt.

The 11th Guest

Gar nicht mal so schlecht. Das klassische Point'n'Click Adventure mit Render-Hintergrundgrafiken und 3D-Charaktermodellen spielt in einem alten Herrenhaus auf einer kleinen Insel. Zehn Gäste wurden von einem unbekannten Gastgeber eingeladen, dessen Gründe jedoch im Dunkeln bleiben. Nachdem die Gäste die Insel erreichen zerschellt das Schiff und es bleiben neben den Besuchern noch das Butler-Ehepaar und der Bootsmann zurück. Dessen Rolle, im Roman bislang nur angedeutet, soll nun der Spieler übernehmen. Vom Gastgeber ist nur ein Tonband zu finden. Auf diesem bezichtigt er jeden der einzelnen Gäste eines Mordes. Unfähig, die Heimreise anzutreten, müssen die Charaktere nun die Nacht im Herrenhaus verbringen. Doch es dauert nicht lange, da wird einer nach dem anderen aufgefunden - tot versteht sich.

10 kleine Durchspielvarianten...

Aufgabe des Spielers ist es nun, Licht ins Dunkel zu bringen. Wer die Romanvorlage schon kennt, darf sich jedoch auch auf alternative Endsequenzen mit leicht abgewandelter Story freuen - der Original-Plot ist selbstverständlich aber auch weiterhin vorhanden. Zudem soll dadurch auch der Wiederspielwert des Spieles erhöht werden. Genaueres dazu lässt sich an dieser Stelle natürlich noch nicht sagen.

Riddle of Master Christie

Als Entwickler zeichnete sich AWE Games verantwortlich, der bereits mit Spongebob Schwammkopf ein Adventure veröffentlichen konnte. Zusätzlich wurde Lee Sheldon für das Gameplay verpflichtet, der für die meisten Adventurespieler als Lead Designer von "Rätsel des Master Lu" noch ein Begriff sein dürfte. Und tatsächlich erinnert das Interface mit seinen Kreis-Symbolen für die Interaktion mit der Umgebung an Sheldons Adventure-Klassiker. Mit einem linken Mausklick werden dabei ganz einfach die Aktionen ausgeführt, mit der rechten das Inventar geöffnet. Die einzelnen Hotspots waren in unseren ersten Tests einfach und gut zu entdecken.
Zusätzlich gibt es als Symbol eine Art Dokumentenkoffer zur Ablage von Briefen, Informationen zu den einzelnen Gästen und sonstigen schriftlichen Informationen. Im ersten Teil sammeln sich dort zum Beispiel verschiedene Einladungskarten, die man aus den Zimmern der Gäste stibitzen kann, um etwas über deren Gründe zu erfahren, auf die Insel zu kommen. Abkürzen lassen sich die Wege mit einem Doppelklick. Die ausführlichen Dialoge mit den einzelnen Gästen im Haus sind selbstablaufend.

Der dunkle Spiegel der Grafik

Grafisch erinnert das Herrenhaus ein wenig an die detaillierten, aber etwas sterilen Umgebungen in "Sherlock Holmes: Geheimnis des Silbernen Ohrrings". Besonders schwach sind die Charaktere geworden, die teilweise recht undetailliert daherkommen. Auch die Animationen wirken leider etwas steiff, die Mundbewegungen und Geschichtsausdrücke hin und wieder monoton.
Für die deutsche Lokalisation wurden toneworx sowie Andreas Fröhlich (Edward Norton) und Eckhart Dux (Arthur in "King of Queens") als Sprecher engagiert, sodass diesbezüglich höchste Qualität zu erwarten ist.

Rückkehr zum geheimnisvollen Inventar

Freunde des Inventarsystems von Rückkehr zur geheimnisvollen Insel sollten sich den vorgesehenen Releasetermin am 21. November fett im Kalender anstreichen, denn das Krimiadventure wartet mit einer sehr ähnlichen Funktion auf. So können hier nicht nur, wie sonst üblich, zwei Gegenstände miteinandner kombiniert werden. Stattdessen bietet das Inventar ein eigenes Fach an, in dem bis zu vier Gegenstände abgelegt werden können. Ein Klick auf das Kombinationsicon erstellt daraus einen kombinierten Gegenstand. Natürlich ist es auch möglich, diesen wieder auseinander zu nehmen. Dadurch könnten sich ähnlich wie bei der Insel eine ganze Bandbreite an Kombinationsmöglichkeiten für Inventare bieten. Da am Anfang des Spiels, den wir angespielt haben, Inventarrätsel noch sehr sparsam eingesetzt werden, können wir aber noch nichts über die Qualität der Rätsel sagen. Potenzial für knifflige Aufgaben hat die Technologie zumindest.

Und dann gibt's noch eins mehr

Mit Agatha Christies "Und dann gabs keines mehr" hat TAC eine interessante Lizenz in der Hand und die Umsetzung dazu hat viel Potenzial. Was wir bisher gesehen haben war erfreulich gut und könnte trotz Abzüge in der Technik-Note ein sehr spannendes Whodunnit-Adventure werden. Besonders die große Fangemeinde der Krimiautorin könnte dem Genre damit noch ganz neue Impulse geben - bei entsprechendem Erfolg plant TAC die Entwicklung weiterer Agatha Christie Adventures. Wenn alles glatt läuft sind das doch sehr gute Aussichten.

Offizielle Homepage
Sieht gut aus