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Runaway 2

Vorschau

von  Jan "DasJan" Schneider
09.07.2005
Runaway 2
Ende 2002 war es, als das spanische Adventure Runaway, das als Hoffnungsträger des Genres gehandelt wurde, nach langem Hin und Her auch auf den deutschen Markt kam. Und in der Tat konnte das Spiel Verkaufszahlen vorweisen wie vor (und nach) ihm lange kein zweites Adventure - ein peppiger Soundtrack, traumschöne Comic-Grafik, eine spannende Geschichte, markante Charaktere, knackige Rätsel und nicht zuletzt eine hervorragende deutsche Lokalisation erfreuten nicht nur eingesessene Adventurefans, sondern auch viele Gelegenheitsspieler. Jetzt steht der Nachfolger vor der Tür und die Erwartungen sind entsprechend hoch. Wir durften bei dtp schon in das erste Kapitel hineinspielen.

Auf zu neuen Abenteuern

Das Intro lässt Erinnerungen an den ersten Teil wach werden, in dem auch schon ausgedehnte Zwischensequenzen für das richtige Filmgefühl sorgten. Die Comic-Grafik ist (wie die Musik) in bewährter Qualität und kommt diesmal gänzlich ohne störende Kompressionsartefakte aus. Nach einem kleinen Chat mit Sushi und einer erfreulichen Schlafzimmerszene mit Gina wird der Spieler in das neue Abenteuer von Brian Basco eingeführt, der sich optisch vom unauffälligen Physikstudenten zum hippen Frauenheld entwickelt hat und inzwischen mit Oberarmen auftrumpfen kann, die er sicher nicht aus der Quantenelektrodynamik-Vorlesung hat.
Mit einem gemieteten Propellerflugzeug macht er sich zusammen mit Gina auf den Weg zu einer einsamen Insel - doch das Flugzeug gerät außer Kontrolle, Gina verlässt das abstürzende Gefährt per Fallschirm und Brian landet die Maschine mehr schlecht als recht im Dickicht des Dschungels. Spätestens mit den Schwenk auf den Wackel-Elvis im Cockpit des absürzenden Flugzeugs machen die Entwickler klar, dass sie es verstehen, ihren feinen Humor wohldosiert einzusetzen, ohne aus Runaway 2 eine Spaßveranstaltung zu machen.
Christopher Kellner und Carsten Fichtelmann<br>sind voll überzeugt von ihrem Produkt.

Erste Rätsel

An dieser Stelle übernimmt der Spieler die Steuerung von Brian, der in einem zerstörten Flugzeugwrack mitten im Dschungel aufwacht und sich auf die Suche nach Gina macht. Wie üblich ist die Umgebung, die am Anfang des Spiels erkundet werden kann, recht klein: Das Innere des Flugzeugs und dessen unmittelbare Umgebung müssen für die ersten Rätsel reichen, die auch dazu dienen, an das Interface und die Rätsel zu gewöhnen.
Die ersten Aufgaben, die man erledigen muss, sind für den Einstieg knackig, aber durchaus logisch und fair und machen besonders denen, die sich von einfachen Titeln wie Still Life unterfordert fühlen, Lust auf mehr. Nur das Handtaschen-Syndrom, das im ersten Teil häufig kritisiert wurde, hat sich auch ins Sequel geschlichen: Um alle Gegenstände im Motorraum des Flugzeugs zu finden, muss dieser mehrfach durchsucht werden (zumindest in der Alpha-Version, die wir anspielen konnten).

Verbesserte Details

An der Steuerung hat sich im Wesentlichen nichts verändert. Im Inventar können Gegenstände jetzt vergrößert werden, um sie genauer zu untersuchen, wiederkehrende Zwischensequenzen dürfen übersprungen werden. Auch beim Pixelhunting, einem Manko von Teil 1, kann auf Besserung gehofft werden: Bei kleinen Gegenständen sind die Hotspots etwas größer als das Objekt selbst und auf einige wichtige Hotspots wird in anderen Kommentaren hingewiesen. So detailliert, wie die quietschbunten und hervorragend gezeichneten Hintergründe sind, so viele Dinge lassen sich auch in ihnen anklicken - es gibt viel zu erkunden.

Hohe Erwartungen

Die Pendulos scheinen an so gut wie allen Schwachstellen von Runaway Hand angelegt zu haben und könnten mit ihrem neuen Spiel einen echten Hit präsentieren. Nach dem entwicklerischen Interruptus bei Teil 1 konnten und können sie sich jetzt die Zeit nehmen, die sie brauchen, um ihre Vision auf die Monitore zu bringen, was die Versprechungen durchaus glaubhaft macht, Runaway 2 werde deutlich länger als sein Vorgänger. Wir rechnen mit einem echten Highlight - nur ob es noch in diesem Jahr erscheint, darf angezweifelt werden.

Sieht gut aus