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Undercover - Operation Wintersonne

Vorschau

von  Jan "DasJan" Schneider
10.09.2006
Undercover - Operation Wintersonne
Im Frühjahr kündigte dtp an, vom österreichischen Entwickler Sproing ein Adventure namens Undercover entwickeln zu lassen, das die Spieler ins Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs versetzt. Das Setting war im Adventure-Bereich unverbraucht und machte viele neugierig, der Entwickler jedoch hatte als einziges Adventure (T)Raumschiff Surprise: Periode I im Portfolio und trieb manchem die Sorgenfalten auf die Stirn. Würde die Firma, die zum großen Teil Moorhuhn-Ableger entwickelt, ein großes Vollpreis-Adventure produzieren können? Wir durften jetzt in eine Preview-Version des neuen Anaconda-Titels hineinspielen und können Entwarnung geben: Undercover sieht schon jetzt gut aus und macht Lust auf mehr.

Bombenstimmung

Undercover versetzt den Spieler ins Jahr 1943. Als britischer Physiker John Russell wird man vom Geheimdienst MI6 angeheuert, um in Deutschland Details zu einer neuartigen Superwaffe herauszufinden. Auf dem Weg nach Berlin bekommt man noch einen Spion zur Seite gestellt, der einem dabei helfen soll, die reichlich vorhandenen deutschen Wachen zu umgehen. Im weiteren Spielverlauf infiltriert man dann verschiedene Gebäude und findet immer mehr über die geheimgehaltene Bedrohung heraus. Natürlich ist der Titel nicht dokumentarisch, das thematisierte Uranprogramm ist aber keine bloße Erfindung und noch immer Anlass für Verschwörungstheorien. Wer sich für die historischen Hintergründe interessiert kann mehr darüber in unserem Feature-Artikel erfahren.
Die Schatten der Charaktere werden in Echtzeit berechnet.Schon das Intro macht klar, dass bei der Inszenierung viele filmische Mittel eingesetzt werden. So wird die Dramatik mit vielen interessanten Kameraperspektiven erhöht und auch in ganz normalen Ingame-Dialogen wird immer in eine Dialogperspektive geschnitten. Die Hintergründe sind dann unscharf dargestellt, sodass die handelnden Personen stärker in den Vordergrund treten. Lediglich auf Kameraschwenks muss man verzichten. Spielerisch geht es im ersten Teil des Spiels darum, verschiedene Gebäude der Deutschen zu infiltrieren und an Informationen zu kommen.
Sehr häufig muss durch das Lösen von Rätseln der Weg vorbei an einer oder mehreren Wachen gefunden werden. Das Inventar füllt sich dabei schnell, auf komplexe Rätsel sollte man sich also einstellen. Die Umgebung enthält sehr viele Hotspots, auch sehr gut versteckte und jede Menge, die für das Weiterkommen nicht notwendig sind, und im Inventar scheinen auch einige Gegenstände zu landen, die keinen spielerischen Nutzen haben - ob das am Ende zu so vielen Kombinationsmöglichkeiten führt, dass das Rätseln zur Arbeit verkommt, wollen wir an dieser Stelle noch nicht abschließend beurteilen. Wie uns auf der Games Convention erklärt wurde, werden mit einem Hotkey die Ausgänge sichtbar gemacht werden, die anderen Hotspots jedoch nicht. Die Rätsel, die wir ausprobiert haben, schienen noch logisch zu sein, auch wenn das Verhalten der deutschen Wachen gelegentlich schwer nachzuvollziehen ist.
In Dialogen sorgt das Spiel mit Nahaufnahmen für Dramatik.

Schattenseiten

Die Spielwelt wird wie üblich mit vorgerenderten Hintergründen und in Echtzeit berechneten 3D-Charakteren dargestellt. Gleich zu beginn fällt der aufwändige Schattenwurf auf, den die Entwickler in das Spiel eingebaut haben. So wird der Schatten der 3D-Figuren realistisch auf die vorgerenderten Umgebungen geworfen und geht stets von den in der Szene vorhandenen Lichquellen aus, egal ob das der Mond ist, ein Fenster oder eine Tischlampe. Die Hintergründe sind recht detailliert und stimmungsvoll beleuchtet und können wahlweise mit 1024x768 oder TFT-typisch mit 1280x1024 Pixeln dargestellt werden. Angesichts der hohen Auflösung wünscht man sich hier und da allerdings noch etwas mehr Bildschärfe.
Die Betaversion, die wir angespielt haben, hat noch das Problem, dass bei Szenenwechseln störende Ladezeiten entstehen, was für Adventures am PC sehr ungewöhnlich ist. dtp hat uns haber versichert, dass diese bis zum Release noch deutlich verkürzt werden. Der erste Eindruck von Undercovers Akustik ist sehr gut. In der Hauptrolle ist beispielsweise Thomas Karallus alias Doug in "King of Queens" zu hören, der professionelle Arbeit abliefert.

Einschätzung

Es gab schon ein paar Adventures, die zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielten, derart zum Thema wurde das Szenario aber noch nie gemacht. Auch die Geschichte macht neugierig: Was hat es mit der Bombe auf sich? Wem kann man vertrauen? Wenn die Rätsel im späteren Spiel nicht zu sehr abheben und die Geschichte spannend bleibt, dann könnte sich Undercover zum echten Geheimtipp mausern.

Homepage zum Spiel
Sieht gut aus