Anzeige
Cleopatra - Schicksal einer Königin

Vorschau

von  Jan "DasJan" Schneider
12.02.2008
Cleopatra - Schicksal einer Königin
Die französische Firma Kheops Studio hat sich in den letzten Jahren als produktivste Schmiede von First-Person-Adventures herauskristallisiert. Zusammen mit Partnern wie MZone Studio und Totm Studio hat Kheops besonders gerne historische Themen wie Nostradamus und Leonardo da Vinci aufgegriffen, jetzt verschlägt es die Entwickler zum ersten Mal seit Egypt 3 wieder ins alte Ägypten.
Wir haben kürzlich rondomedia in Mönchengladbach besucht, um uns „Cleopatra - Schicksal einer Königin“ anzusehen, das aktuelle Spiel aus Kheops-Produktion. Der Publisher bringt das Spiel, das in Frankreich bereits erhältlich ist, voraussichtlich am 12. März auf den deutschen Markt.

Traue keinem Astrologen

Den Spieler verschlägt es ins Ägypten des Jahres 48 vor Christus, genauer nach Alexandria. Alles beginnt damit, dass Cleopatra ihren Chefastrologen Akkad mit einem geheimen Auftrag betraut. Doch etwas geht schief und Akkad verschwindet mitsamt seiner schönen Tochter Iris spurlos. Lediglich einige Blutspuren lassen die beiden zurück. Was ist passiert?
Das herauszufinden, wird die Aufgabe des Spielers sein. Er schlüpft in die Rolle von Thomas, der ein großes Interesse daran hat, die beiden wiederzufinden. Schließlich ist er nicht nur ein Schüler Akkads, sondern auch in dessen Tochter verliebt.
Kheops hat sich für Cleopatra historisch wieder beraten lassen, sei es mithilfe historischer Dokumente oder wissenschaftlicher Arbeiten. Zwar bleibt es nicht aus, dass bei so weit zurückliegenden Epochen auch vieles der Phantasie entspringt, groben historischen Unfug vermittelt das Spiel vermutlich aber nicht. Mit dem Leuchtturm von Pharos darf man sogar eines der sieben Weltwunder betreten.

Benutze Nadel mit Faden mit Stoff

377]Auf der Suche nach Mentor und Geliebter stößt Thomas, wie sich das gehört, auf allerlei Rätsel, die es zu lösen gilt. Das Inventar wächst dabei wieder auf eine beachtliche Größe, zumal bis zu vier Gegenstände gleichzeitig miteinander kombiniert werden können. Diese Komplexität wird dadurch ausgeglichen, dass die Kombinationen möglichst logisch und naheliegend sind. Hier gibt es keine abgefahrenen Comicrätsel, sondern eher Alltagsaufgaben. Ist ein Stück Stoff zu flicken, geht das nicht mit einer Katze und einer Karaffe Wein, sondern ganz normal mit Nadel und Faden. Dazu kommen wieder allerlei Logikpuzzles und mechanische Rätsel.
Eine Besonderheit gibt es ganz am Anfang. Wie bei Kheops-Titeln üblich, wählt man vor Spielbeginn ein Symbol aus, das den Spieler repräsentiert. So ist es möglich, dass mehrere Personen parallel die Geschichte erleben können, jeder hat dann seine eigenen Spielstände. In diesem Fall wählt man dazu ein Sternzeichen aus. Davon abhängig ist dann, ob Thomas einen guten oder einen schlechten Tag hat. Das entspricht praktisch einem Schwierigkeitsgrad: Erwischt Thomas einen guten Tag, gelingen Aktionen problemfreier, an einem schlechten Tag sind Rätsel schon mal etwas schwieriger. Noch nicht klar war, ob dem Spieler bei seiner Auswahl mitgeteilt wird, in welchem Modus er spielt.

Man spricht deutsch

Grafisch bietet Cleopatra wieder sehr hübsche Rendergrafiken. Die sind voller Details und überzeugen mit ägyptischem Ambiente, auch wenn sie manchmal etwas starr daherkommen.
Die Lokalisation samt Sprachaufnahmen organisiert der französische Publisher Nobilis. Zwar ist es eigentlich kein gutes Zeichen, wenn die deutsche Version nicht auch in Deutschland gemacht wird, was wir von der deutschen Sprachausgabe mitbekommen haben, klang aber erstaunlich überzeugend. So lahm wie beispielsweise noch in „Das Geheimnis der vergessenen Höhle“ klingen die Stimmen diesmal definitiv nicht.
„Cleopatra - Schicksal einer Königin“ sieht nach dem aus, was wir erwarten: einem mindestens guten First-Person-Adventure mit schicker Renderoptik, logischen Inventarrätseln und allerhand Logikpuzzles. Also ganz das, was man von Kheops gewöhnt ist. Wer die Spiele der Franzosen bisher mochte, wird wohl kaum enttäuscht werden. So spektakulär, dass eingefleischte Third-Person-Junkies deswegen umkippen, wird aber vermutlich auch Cleopatra nicht werden.

Homepage zum Spiel
Sieht gut aus