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Alter Ego

Vorschau

von  Jan "DasJan" Schneider
11.09.2008
Alter Ego
Welcher Gruselfan erinnert sich nicht gerne an Black Mirror, das Vorzeige-Adventure von Future Games? Leider waren die späteren Spiele der Tschechen, das kleinere Nibiru und das schwächere Reprobates, eher enttäuschend, was wohl der Grund dafür ist, dass sich die Entwickler jetzt wieder auf alte Qualitäten zurückbesinnen möchten. Das aktuelle Projekt wird klar als Adventure im Stil von Black Mirror angepriesen. Auf der Games Convention hat uns Martin Malík Rede und Antwort gestanden.

Auf zu neuen Ufern

Plymouth, 1894. Der Kleinkriminelle Timothy Moor will eigentlich ein neues Leben im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten beginnen, doch scheitert sein Vorhaben schon an der südenglischen Küste. Dort kommt er als blinder Passagier an, weil ein „Freund“ einen „Job“ für ihn hat, der es beiden ermöglichen würde, die Reise in die USA anzutreten. Timothys Versteck wird jedoch gefunden, sodass er im Intro des Spiels in Handschellen abgeführt wird. Gerade so kann er der Polizei entwischen. Sein Abenteuer beginnt er fast nackt in den dunkelsten und stinkensten Ecken des Hafens.
Kurz zuvor war in Plymouth der Leichnam des kürzlich zu Grabe getragenen Sir William verschwunden. Der Edelmann war umgeben von Gerüchten um blutrünstige Verbrechen, die er begangen haben soll, etwas nachweisen konnte man ihm jedoch nie. Nur wenige waren noch bereit, ihm zu dienen. Nach seinem Tod wurde die Stadt von einer grausamen Mordserie erschüttert, der die Polizei nur machtlos zuschauen konnte.
Der flüchtige Taschendieb, dessen Rolle der Spieler zunächst übernimmt, und die mysteriösen Mordfälle haben zunächst nichts miteinander zu tun. Im Laufe der Geschichte werden beide Handlungsebenen dann aber zusammengeführt, was auch den zweiten spielbaren Charakter Detective Bristol ins Gameplay einbindet. Timothy und Bristol stehen zwar auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes, müssen dann aber gegen einen gemeinsamen Feind antreten.
Hat da jemand

Es geht aufwärts

Sehen konnten wir auf der GC neben dem temporeich inszenierten Intro die ersten zwei Bildschirme. Das reicht zwar nicht für eine Analyse des Gameplays, doch können wir bestätigen, dass Alter Ego viel mehr Black Mirror ist als Reprobates. Düstere, detailliert gerenderte Locations kombinieren die Entwickler mit klassischen Inventarrätseln. Angehäufte Stöcke und Steine in der Hosentasche legt Future Games ad acta. Mit dem Einstiegsrätsel, bei dem Timothy seine Handschellen loswerden und aus dem Kanalabschnitt fliehen muss, startet Alter Ego jedenfalls recht stimmungsvoll. Auch einen zweiten spielbaren Charakter soll es geben.
Technisch wird der neue Titel von der überarbeiteten Hausengine AGDS4 angetrieben, die das tschechische Team auch anderen Adventure-Entwicklern feilbietet. Die unterstützt jetzt Auflösungen bis 1680x1050 Pixeln, Partikeleffekte und andere Tricks, die hoffentlich wieder eingesetzt werden, um die gewohnt schaurige Atmosphäre zu erzeugen.
Future Games versucht offensichtlich den Erfolg von Black Mirror zu wiederholen. Ob das gelingt, ist nach der kurzen Präsentation schwer zu sagen, auf einem guten Weg sind die Entwickler um Martin Malík aber allemal. Sollte es nicht gelingen, wird Alter Ego vermutlich das letzte Adventure des Teams sein, denn besonders optimistisch sah man den internationalen Adventuremarkt nicht. Es bleibt also für Future Games zu hoffen, dass nicht nur die hohe Qualität, sondern auch die Käufer wiederkommen.

Homepage zum Spiel
Sieht gut aus