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The Hardy Boys

Vorschau

von  Mithrandhir
30.11.2008
The Hardy Boys

Forever Young

Ewig junggeblieben sind sie, die beiden Brüder aus Bayport, deren Abenteuer sich seit Jahrzehnten vor allem im amerikanischen Raum eine große Fangemeinde aufgebaut haben. Ähnlich wie bei "Die drei Fragezeichen" handelt es sich um ein jugendliches Detektiv-Team, das in allerhand Kriminalfällen die entscheidenden Recherchen anstellt und die eigentliche Aufklärungsarbeit der Polizei übernimmt.
JoWood zollt der hierzulande eher weniger bekannten Reihe mit einem Adventure Tribut und lässt Frank und Joe Hardy in "The hidden Theft" auf den heimischen Monitoren ermitteln. Da dies jedoch erst Mitte Dezember auf Deutsch möglich ist, werfen wir zunächst einen Blick auf die englischsprachige Version.

CSI Bayport

Und wieder einmal müssen die zwei Brüder der Polizei helfen: 200 Millionen Doller wurden aus einem Safe gestohlen, der vermeintlich absolut einbruchssicher ist. Man vermutet, dass der Dieb noch in der Stadt weilt, hat aber bisher kein Anzeichen einer Spur zum Täter.
Die Hardy Boys können als heimliche Mitarbeiter der ATAC (American Teens against Crime) natürlich nicht nein sagen und sind Feuer und Flamme, den Tätern das Handwerk zu legen. Wäre da nicht der Hausarrest, den die Mutter wegen einer der letzten Streiche der Jungen jüngst verhängt hat…

Manchmal zu steif…

Grafisch gesehen ist The Hardy Boys durchaus ansehnlich, wenngleich auch etwas steril. Die 3D-Grafik zeichnet die Charaktere recht plastisch, wirkt aber meist zu unbelebt, da außer der etwas hölzernen Laufbewegung keine Animationen zu sehen sind. Trotz der flippig-bunten Farbwahl der Hintergründe fehlen manchmal ausschmückende Dinge; manche Wände sind schlichtweg einfarbig und wirken karg.
Der Wechsel der Szenerien ist trotzdem gut gelungen – ob Wohnhaus, Schule oder Polizeistation; die verschiedenen Orte lassen sich gut unterscheiden.

…und manchmal zu still

Die Sprachausgabe ist auf das eher jüngere Publikum zugeschnitten, da die beiden Protagonisten recht jugendlich-lässig daherreden und nicht zu erwachsen wirken. Die Vertonung ist sehr gut gelungen, passen doch die Stimmen zu den Charakteren und drücken mit Betonung und Rhythmus die jeweilige Gefühlslage passend aus.
Eine untermalende Spielmusik war leider noch nicht zu hören; lediglich zu Beginn des Spiels erfolgt eine (an Die drei Fragenzeichen) erinnernde spannende Eingangsmusik.

Gemeinsam sind wir schlau

Auch in Sachen Rätsel ist die Zielgruppe des Spiels relativ schnell klar: Grundsätzlich werden keine Kopfnüsse dargeboten, wenngleich die Rätsel schon etwas Geschick oder auch Kombinationsgabe verlangen. Da beide Charaktere jederzeit auswählbar sind, ergeben sich an vielen Stellen nur gemeinschaftlich lösbare Situationen. Ebenso kann es wichtig sein, welcher der beiden Jungdetektive welchen Gegenstand im Inventar hat – notfalls muss getauscht werden.
Das Niveau der Rätsel ist - soweit erkennbar - auf einfach bis mittel gehalten und bietet faire Lösungsketten. Um z.B. eine DVD in einen Rekorder zu legen, muss dieser natürlich angemacht werden, bevor man den Silberling aus der Hülle nehmen und ihn einlegen kann. Mit ein paar Mausklicks im selben Raum ist dies zu schaffen. Für eine Klingelmännchen-Aktion müssen die beiden sogar zeitkritisch zusammenarbeiten.

Fazit

Es ist sicher nicht perfekt, was bisher von den Hardy Boys zu sehen ist – vor allem grafisch müsste noch etwas getan werden. Ebenso sollte eine Ausgestaltung der Soundkulisse erfolgen, um auch in dieser Hinsicht für ein belebteres Gesamtbild zu sorgen.
Trotzdem kommt der juvenile Charakter des Detektiv-Duos schon akzeptabel rüber und dürfte Erinnerungen an "Die 5 Freunde" oder das bereits erwähnte Trio aus Rocky Beach wachrufen. The Hardy Boys: The hidden Theft kann hierzulande sicherlich etwas zur Bekanntheit des Detektiv-Duos beitragen - ein erster Zugang zu den Abenteuern ist jedoch über die Lektüre der Bücher besser zu erhalten.

Homepage zum Spiel Wikipedia-Artikel (englisch)
Wird vielleicht was