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Deponia

Vorschau

von  Hans Pieper
23.12.2011
Deponia
Angekündigt war es schon lange, im Januar 2012 soll es nun wirklich erscheinen: Deponia – das neueste Spiel aus dem Hause Daedalic. Eine Preview-Version hat uns bereits erste Einblicke gewährt.

Ein Schrottplanet, verloren im All

Rufus lebt auf einem komplett zugemüllten Planeten. Und auch sein eigenes Leben führt er alles andere als ordentlich. Das bekommt vor allem seine Ex-Freundin Toni zu spüren, mit der er in einem Haus zusammenwohnt, da Rufus nie den Abwasch macht und überall seine Sachen herumliegen. Eine Arbeit hat der übellaunige und verschrobene Taugenichts auch nicht, dafür aber einen großen Traum: Dem Müllplaneten Deponia zu entkommen und in der sagenumwobenen Wolkenstadt Elysium ein neues Leben zu beginnen. Hierfür hat er bereits zahlreiche Fluchtpläne ausgetüftelt. Und alle sind kläglich gescheitert. Doch Rufus gibt nicht auf und startet einen weiteren Fluchtversuch, der ihn zwar nicht von seinem Planeten fortbringt, aber die Begegnung mit der Wolkenstadt-Bewohnerin Goal nach sich zieht. Rufus wittert seine große Chance: Wenn er die Elysianerin zurück nach Hause bringt, könnte er als Dank dafür ein Leben in Luxus führen. Doch natürlich ist die Mission alles andere als einfach und der Plan ist nur der Beginn einer wirren Verfolgungsjagd voller unerwarteter Wendungen.

Ich packe meinen Koffer…

Die Preview zu Deponia beginnt mit einem erneuten Fluchtversuch von Rufus. In gewohnter Manier steuert der Spieler den Hauptcharakter durch die Wohnung und sucht alle nötigen Gegenstände für seinen Aufbruch in ein besseres Leben zusammen. Dabei findet er zahlreiche Heft-Notizen seiner Ex-Freundin, zu denen er sarkastische Kommentare abgibt. Außerdem gilt es, eine Zahnbürste wieder einzufangen, die aufgrund der zahlreichen Mikroorganismen zwischen den Bürsten ein Eigenleben entwickelt hat und vor Rufus flieht. Bereits in diesen ersten Spielminuten wird klar, dass auch dieser Daedalic-Titel wieder sehr humorvoll und vergnüglich werden wird. Trockener Sarkasmus, überraschende Momente, ein wenig Slapstick und ein paar absichtlich schlechte Wortspiele sorgen bereits in der Preview-Version für jede Menge Schmunzeln und Lachen.

Bei Daedalic ein bisschen was Neues

Ein Blick ins Hauptmenü verrät bereits eine Neuerung im Vergleich zu bisherigen Daedalic-Spielen: Unter dem Eintrag Extras kann der Spieler kleine Belohnungen ansehen, die er im Spielverlauf freigeschaltet hat. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, das Inventar mit dem Mausrad zu öffnen. Eine wirklich angenehme Funktion, die nerviges Herumfahren mit dem Cursor an den Bildschirmrändern unterbindet. Auf die klassische Art des Inventar-Öffnens müssen die Spieler aber nicht verzichten, sie ist ebenfalls mit eingebaut. Im fertigen Spiel soll das Programm beim Start nach der bevorzugten Variante fragen. Ansonsten verwendet Deponia die genre-typische Steuerung per Rechts- und Linksklick.

Doppelrollen und dominanter Soundtrack

Bei der Sprecherauswahl hat Deadlic eine sehr gute Wahl getroffen. Monty Arnold (u.a. bekannt aus Tony Tough) erfüllt die Rolle des eigentlich unsympathischen Rufus perfekt und trägt viel zum Witz und der Atmosphäre des Spiels bei. Auch die Leistung der anderen Sprecher überzeugt. Etwas unglücklich ist allerdings der Umstand, dass die Doppelbesetzung Monty Arnolds in einer Szene auf einem Luftschiff als Rufus und als böser Hauptmann deutlich auffällt und sich störend auswirkt: Die Szene klingt eher nach einem Selbstgespräch als nach einem echten Dialog. Daedalic hat auf unsere Nachfrage bestätigt, dass die Sprachaufnahmen für diese Szene bereits abgeschlossen sind, die Doppelbelegung wird also auch im finalen Spiel vorhanden sein. Einige Szenen werden bereits in der Preview-Version musikalisch untermalt. Der Soundtrack ist bereits hübsch arrangiert und schön an die Umgebung angepasst, jedoch wirkt er streckenweise noch ziemlich aufdringlich und stellt sich nicht weit genug in den Hintergrund. Die bisher verwendeten Tracks lassen aber bereits auf ein tolles Klangerlebnis hoffen.

Klassische Rätselkost

Rätseltechnisch orientiert sich Deponia ganz am inzwischen üblichen Genre-Standard: Neben Inventar-, Kombinations- und Dialogrätseln wird die Knobelei hin und wieder durch Minigames unterbrochen. So gilt es beispielsweise, auf einer Armatur mit einem defekten Schalter das richtige Ziel anzupeilen. Wie auch in Harveys Neue Augen können diese Rätsel auf Wunsch übersprungen werden. Im ersten Spielabschnitt ist die Größe der Schauplätze noch recht begrenzt und die Rätsel wirken sich einfach bis durchschnittlich schwer aus. Nach dem Fluchtversuch sieht sich der Spieler dann mit einem Gebiet konfrontiert, das ähnlich groß und komplex ist wie die Höhlen der Askil in The Whispered World. Vor allem fortgeschrittene Adventurespieler werden ihre Freude an den Rätseln haben, da man mehrere Aufgaben gleichzeitig bearbeiten kann.

Gib Gas, ich will Spaß!

Technisch gibt es bei Deponia noch viel zu tun. Das Laden und Speichern von Spielständen geht ziemlich langsam voran und erinnert fast schon an die gute alte Edna. Auch das erste Öffnen des Inventars in einem neuen Schauplatz nimmt unangenehm viel Zeit in Anspruch. Zusätzlich ist der Wechsel zwischen verschiedenen Orten vergleichsweise langsam und bei einigen Animationen ruckelt es noch ziemlich. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Probleme bis zur Veröffentlichung noch angegangen werden.

Ausblick

Rein technisch muss Deponia noch eine ganz schöne Strecke zurücklegen, bis der Titel ausgereift wirkt. Die Vertonung, die Rätsel und der Witz der Preview-Version können allerdings schon jetzt überzeugen. Vor allem Fans von Harveys neue Augen, den Vieh-Chroniken und The Whispered World werden sich beim Spielen sehr wohl fühlen. Auch grafisch wird der Titel wohl keine Wünsche offen lassen und die Geschichte um Rufus in gewohnter Daedalic-Qualität vermitteln. Also definitiv ein Titel, auf den man sich bereits freuen kann.



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Sieht gut aus