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Silence - The Whispered World 2

Vorschau

von  Hans Pieper
07.08.2014
Silence - The Whispered World 2
The Whispered World gilt für viele als Adventure-Perle und war neben Edna bricht aus maßgeblich für den großen Erfolg von Daedalic Entertainment verwantwortlich. Nun soll der Titel eine Fortsetzung bekommen. Bei einem Besuch bei Daedalic in Hamburg konnte ich bereits in die ersten 20 Minuten hineinschauen und mir einen ersten Eindruck verschaffen.

Eine Fortsetzung? Yeah! Aber...wie?

Keine Frage: The Whispered World war ein Meisterwerk. Und so war meine erste Reaktion, als ich von der Fortsetzung Silence gehört habe: Yeah, wie cool! Doch schon kurz darauf spukte eine Frage durch meinen Kopf: Wie? Wie soll man diesen Titel fortsetzen? Zum einen war die Geschichte doch fest in sich geschlossen. Und zum anderen tritt die Fortsetzung ein schweres Erbe an. Entsprechend war ich auch sehr gespannt, was sich gleich auf dem großen Bildschirm vor mir abspielen würde. Den Trailer kannte ich bereits, doch meine Frage konnte der nicht beantworten. Nur eines war klar: Das Spiel wird wieder einen ernsten Unterton haben. Ob und wie eine Fortsetzung funktioniert, dazu später mehr. Erst einmal werfen wir einen Blick auf die technische Seite.Hat viel durchgemacht: Noah

Grafisch ungewohnt, aber gut

Die größte Veränderung im Vergleich zum ersten Teil ist die grafische Darstellung: Von 2D in 3D-Modelle umgewandelte Elemente prägen das Bild. Und das sieht richtig gut aus. Auch die Ausleuchtung der Szenen sind sehr schön gelungen, sodass die erste bedrückende Szene im Luftschutzbunker verstärkt wird. Auch spätere Schauplätze profitieren enorm von der neuen Technik. Durch die Konvertierung geht jedoch nicht der Charme der handgezeichneten Gemälde verloren. Insgesamt wirkt das Konzept nach kurzer Umgewöhnung schon sehr stimmig. Auch die jetzt schon zahlreichen Animationen sprechen für sich.Bruder und Schwester sind<br>gleich zu Beginn in Gefahr

Neue Steuerung

Das ebenfalls neue Konzept der Einklick-Steuerung musste im Vorfeld schon viel Kritik einstecken. Spieler befürchteten, sie würden zu reinen Klickmaschinen degradiert und Rätsel würden auf der Strecke bleiben. Nach den ersten 20 Minuten ist aber klar: Das ist nicht der Fall. Vielmehr unterstützt das Konzept den Spielfluss. Wichtige Objekte sind von Anfang an erkennbar. Doch erst, wenn sie auch benötigt werden, bekommen sie eine prominentere Rolle zugewiesen. Ein Inventar im klassischen Sinne gibt es nicht, Gegenstände werden direkt in der Umwelt kombiniert. Auch das fühlte sich in den ersten Minuten sehr dynamisch und clever an. Die Neuerungen bedeuten dabei aber nicht, dass es nur noch eine stringente Linie gibt, der man stur folgt, weil es keine anderen Möglichkeiten gibt. Wer möchte, kann sich weiterhin mehr mit der Spielwelt beschäftigen und mit der Umwelt herumexperimentieren. Auch den klassischen "Betrachten-Rechtsklick" habe ich nicht vermisst. Die Steuerung wirkt bislang schlichtweg rund und spielfördernd.Grafisch ungewohnt, aber schön

Die Frage nach dem Wie

Achtung: In diesem Abschnitt gibt es zwei leichte Spoiler zur Hintergrundgeschichte in den ersten 20 Minuten des Spiels!

Kann man The Whispered World fortsetzen? Nach 20 Minuten würde ich sagen: Man kann. Sehr gut sogar. Viele werden es sich nach dem Trailer sicherlich schon gedacht haben: Der Junge namens Noah ist Sadwick, das Mädchen ist seine Schwester Renie. Als einzige Bezugsperson versucht Sadwick alles, um sie in der schwierigen Lage aufzuheitern, doch so recht will ihm das nicht gelingen. Dann trifft eine Bombe den Bunker und alles wird schwarz. Sadwick erwacht schließlich in der geflüsterten Welt auf den Trümern seines letzten Aufenthaltes. Auf der Suche nach Renie muss er sich durch eine Umgebung kämpfen, die sich stark verändert hat. Kurz nach seiner Ankunft gewinnt Sadwick auch seine ironisch-sarkastisch-depressive Art wieder. Ein gelungener, sorgfältig geschaffener Übergang.
Die geflüsterte Welt selbst hat sich unterdessen stark verändert. Ähnlich wie in Tim Burtons "Alice" haben böse Mächte das Land übernommen. Monster durchstreifen die Wälder und wenn der Spieler nicht aufpasst, kann Sadwick von diesen auch umgebracht werden. Solche Todeszenen soll es häufiger im Spiel geben. Allerdings springt das Spiel sofort danach zu der entscheidenden Stelle zurück, sodass kein Frust beim Spielen entsteht.

Ausblick

Es ist noch früh für einen detaillierten Ausblick, aber was die ersten 20 Minuten von Silence zeigen, ist schon extrem vielversprechend. Daedalic geht einmal mehr mutig neue Wege, um eine Geschichte ansprechend zu erzählen und das scheint auch aufzugehen. Das Konzept wirkt mehr als solide, das Erbe des ersten Teils wird respektiert und gut fortgeführt. Auf der gamescom sollen weitere Details und Spielszenen gezeigt werden, dann können wir mehr sagen.

Sieht gut aus