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The Descendant

Vorschau

von  Michael Stein
26.03.2016
The Descendant

Anfang nach dem Ende

Die Menschheit hat die Erde zerstört. Nach einer Welle von Terror und Krieg sowie der nicht mehr reparablen Zerstörung des Ökosystems werden einige Tausend handverlesene Menschen in unterirdischen Bunkern eingefroren, um das Überleben der Spezies zu sichern. Einige werden in regelmäßigen Abständen aufgeweckt, um die Funktionsfähigkeit der Anlagen zu gewährleisten. Dazu gehört auch Mia, Hausmeisterin im Bunker Ark-01 und einer der beiden spielbaren Charaktere. Der zweite Protagonist ist Donnie, der Jahrzehnte später, nachdem sich die Erde halbwegs erholt hat, zu den Überlebenden gehört. Inzwischen sind alle Tiefschläfer erwacht, nur von Ark-01 gibt es kein Lebenszeichen. Also wird er zusammen mit einem Kollegen losgeschickt, um dort nach dem Rechten zu sehen.Die düstere Atmosphäre wird gut eingefangen

Bekanntes Muster

Wer die letzten Episodenspiele von Telltale Games kennt, dem dürfte die Art der Inszenierung vertraut sein. Vor allem die Art der Kameraführung innerhalb der 3D-Umgebungen erinnern stark an The Walking Dead oder zuletzt Game of Thrones. Einfache Quick-Time-Events, die allerdings bisher nicht zum Ableben der Charaktere führen, sind ebenfalls vorhanden. Der wichtigste Unterschied ist allerdings, dass sich The Descendant einer recht gut funktionierenden Point-and-Click-Steuerung bedient. Außerdem sind schon in der ersten Episode einzelne 'echte' Rätsel zu finden. Zwar gibt es auch hier kein vollständig funktionsfähiges Inventar (der Protagonist kann Gegenstände aufnehmen und wendet sie automatisch dort an, wo sie gebraucht werden), trotzdem fühlt sich das Spiel viel eher wie ein waschechtes Adventure an.Noch ist es ruhig in Ark-01

Etwas zu viel Vorgabe

Was in der ersten Episode etwas störend auffällt, ist die strikte Linearität. Das bezieht sich nicht nur auf die Story, sondern Hotspots werden auch erst dann aktiv, wenn sie gebraucht werden. So finden wir zum Beispiel einen Bohrschrauber, bei dem der Akku fehlt. Dieser ist dann plötzlich in einem Regal anwählbar, wo es vorher noch nichts mitzunehmen gab. Das ist kein Einzelfall, sondern zieht sich durch das ganze Spiel. Auch das Hin- und Herschalten zwischen den beiden Charakteren in ihren jeweiligen Epochen erfolgt abhängig vom Fortgang der Story automatisch. So fühlt sich The Descendant an vielen Stellen sehr gescriptet an. Dennoch stimmt die Atmosphäre, denn das Spiel hinterlässt sowohl grafisch als auch akustisch einen guten Eindruck. Die Animationen der Figuren wirken natürlich, die Umgebung als solche ist ausgezeichnet in Szene gesetzt und auch die englische Sprachausgabe kann sich hören lassen.

Fazit: Etwas länger bitte

Leider endet die erste Episode nach etwa 70 Minuten an einem Punkt, an dem man gerade anfängt, die Charaktere besser kennenzulernen. Zudem ist bisher nicht bekannt, wann die Serie fortgesetzt wird. Das ist schade, zumal das Ende von Aftermath den Spieler mitten aus dem Geschehen reißt. Vielleicht wäre es klüger gewesen, das Spiel in nur drei Episoden zu unterteilen oder gleich am Stück zu veröffentlichen. Wir sind jedenfalls gespannt, wie es in Ark-01 weitergeht. Ersteindruck: empfehlenswert.

The Descendant bei Steam Offizielle Webseite
Sieht gut aus