Anzeige
>observer

Vorschau

von  Hans Pieper
15.08.2017
>observer

Glaubt man den Machern von Observer, steht uns im Jahr 2084 eine hochtechnisierte, aber ebenso düstere Zukunft bevor. Während die Grenze zwischen Mensch und Maschine bis zur Unkenntlichkeit verschwimmt, klafft die Schere zwischen Arm und Reich enorm auseinander. Als Observer wühlt sich der Protagonist durch vor Dreck strotzende Leben, die jäh und äußerst unappetitlich enden können.

Ansehnlich unansehnlich

Die opultente und detailreiche Grafik transportiert innerhalb von Sekunden die düstere und unmenschliche Atmosphäre des Titels. Willentlich gesetzte Bildstörungen und Glitches verstärken diesen Effekt. Schon nach wenigen Minuten ist klar: Dieses Spiel geht mit seiner expliziten Darstellung der Folgen massiver Gewalteinwirkung an die Grenzen des Adventuregenres. Wer sich als Observer in die Stadt wagt, sollte hartgesotten und mit einem stabilen Magen ausgestattet sein.

Hochtechnisiert, aber trist: Die Zukunft

Horrorthriller

Ohne allzu lange Intros wirft der Titel den Spieler direkt in die dystopische Zukunft von 2084. In der ersten Stunde wird dabei zügig Spannung aufgebaut, ohne den Spieler zu stark an die Leine zu nehmen. Zwar ist ein recht lineares Erlebnis zu erwarten, einige nette, optionale Details am Rande waren aber schon beim ersten Anspielen erkennbar.
Der Horror setzt sowohl auf Scare Jumps als auch auf eine gehörige Portion Splatter. So tritt die generell angenehm unangenehme Atmosphäre etwas in den Hintergrund, könnte aber im restlichen Spiel eine größere Rolle spielen.

Für die Untersuchung dieses Tatorts braucht es starke Nerven

Stabile Rätselbasis

In der ersten Stunde galt es neben der Untersuchung eines Tatorts auch einen Code zu knacken. Das zeigt, dass Observer mehr sein will, als ein reines Explorationsadventure. Wie stark der Titel auch im weiteren Verlauf auf Rätsel setzen wird und ob ein Inventar hinzukommt, blieb bei unserem ersten Test noch offen. Klar ist, dass die Steuerung etwas Eingewöhnung benötigt. Denn neben der klassischen WASD-Steuerung gibt es zwei Sicht- und Untersuchungsmodi, die durch technische Erweiterungen im Körper des Hauptcharakters ermöglicht werden. Hier müssen zuallererst der Unterschied verstanden und anschließend die Tasten verinnerlicht werden.

In die Ohren, in den Sinn

Der Ersteindruck der lediglich auf Englisch verfügbaren Sprachausgabe ist äußerst positiv. Auch die deutsche Übersetzung in Form von Untertiteln scheint gelungen. Die ebenfalls gelungene Geräuschkulisse lässt auf ein audiotechnisch sehr gut umgesetztes Spiel hoffen.

Galerie
Fazit: Wer sich durch die bereits zu Beginn recht ekeligen Splatterelemente nicht abschrecken lässt, findet mit Observer aller Voraussicht nach einen packenden Horrorthriller mit reichlich modernen Adventureanteilen. 
Sieht gut aus